Getestet: Hebron Micro-USB OTG Hub Connection Kit

Dank einer Aktion bei Basic Tutorials erhielt ich ein OTG Hub Connection Kit von Hebron, das von der Firma Leicke vertrieben wird. OTG steht für „on the go“, was so viel wie „unterwegs“ bedeutet. Praktisch gesprochen bedeutet es, dass der Hub über einen Micro-USB Anschluss an ein Smartphone oder Tablet angeschlossen werden kann. Der Hub dient als Verteiler für weitere Geräte oder Speichermedien. Der getestete Hub von Hebron verfügt über:

  • 3x USB 2.0 Typ A
  • Kartenformate TF (T-Flash), SD, SDHC, Memory Stick, Memory Stick 2
  • Eingang für zusätzliche Stromversorgung

Das Gerät ist sehr klein und leicht (ca. 53 g). Bei Maßen von gerade einmal 58x65x15 mm passt der Hub in jede Tasche und fällt auf Reisen nicht ins Gewicht. Die Oberfläche ist mattiert und fühlt sich glatt an.

Wofür so ein Teil?

Du fragst dich was man mit einem OTG Hub macht? Da gibt es mehrere sinnvolle Aufgaben, die das Gadget erledigen kann. Ein paar Beispiele:

  1. Ich habe im Urlaub meine Digitalkamera dabei und schon einige Bilder gemacht. Um diese am Ende des Tages nochmal anzusehen ist mir der Bildschirm der Kamera zu klein. Anstatt die fummelige Zoomfunktion an der Kamera zu bedienen und fast mit der Nase am kleinen Bildschirm zu kleben, nehme ich einfach die Speicherkarte raus und stecke sie in den Hub. Wenn ich diesen nun an das Smartphone oder das ebenfalls mitgenommene Tablet anschließe, kann ich mir die Bilder sofort in deutlich besserer Qualität und größer ansehen und gegebenenfalls gleich schlechte und mäßige Fotos aussortieren. Oder ich kopiere die Bilder auf das andere Gerät um auf meiner einzigen Speicherkarte für den Fotoapparat wieder Platz zu schaffen.
  2. Ich möchte große Datenmengen mitführen, als mir das der integrierte Speicher meines Smartphones erlaubt. Wer grafisch aufwändige Spiele an seinem Smartphone zockt, weiß dass diese Daten gerne mehrere Gigabyte belegen. Da ist es vielleicht ganz gut diese an einen angeschlossenen USB-Stick auslagern zu können. Eventuell hast du auch vor während einer langen Zug- oder Flugreise dir Filme anzusehen. Mit dem USB-Hub ist dein Speicherplatz so gut wie unbegrenzt.
  3. Oder du möchtest Office-Aufgaben am Tablet erledigen, da du zuhause keinen PC oder Laptop mehr hast. Über den USB-Hub können nicht nur Speichermedien, sondern auch Geräte betrieben werden. Eine USB Maus und Tastatur sind im Haushalt nichts Ungewöhnliches und rüsten das Tablet zu einem kleinen Produktivsystem auf.

Für all diejenigen, die nun schon daran denken eine externe 2,5″ Festplatte anzuschließen und alle ihre Daten immer und überall im Zugriff zu haben, muss ich die Ambition etwas einbremsen. Da der Hub und die daran angeschlossenen Geräte vom Smartphone oder Tablet mit Strom versorgt werden müssen, ist bei einer Festplatte Schluss. Diese läuft nur, wenn  zusätzliche Stromversorgung vorhanden ist. Der Hub hat einen Stromanschluss integriert, der per USB an einen Rechner angeschlossen werden kann. Alternativ kann man mit einem Adapter für den USB das Gerät auch über eine Steckdose mit Strom versorgen. Das hat bei mir mit dem Stecker des Nexus 10 Tablet funktioniert. Die Mobilität ist in diesem Fall also nicht mehr so ganz grenzenlos. Ebenso muss man bei Festplatten und generell allen anzuschließenden Speichermedien darauf achten, dass die Datenträgerformatierung FAT32 ist. NTFS kann leider nicht gelesen werden.

Unterstützte Geräte

Bei der Kompatibilität muss man darauf achten, dass euer Smartphone oder Tablet auch USB-OTG unterstützt. Das ist leider nicht immer der Fall. Der Verkäufer gibt zwar viele Geräte an, bei denen der Hub funktionieren wird, aber gegebenenfalls können auch weitere Geräte mit einem Micro-USB Anschluss kompatibel sein. Was der Hersteller angibt, schaut ihr euch am besten direkt auf Amazon an.

Meine Testgeräte

Ich habe den USB OTG Hub an 3 Geräten getestet. Diese sind:

  • 1x Smartphone Samsung Galaxy S2 mit der offiziellen Firmware (Stock ROM) von Samsung (Android 4.1.2)
  • 1x Smartphone Samsung Galaxy S2 mit der Custom ROM „Cyanogenmod 11, Snapshot M8“ (Android 4.4.4)
  • 1x Tablet Google Nexus 10 (Android 4.4.4)

Geprüft habe ich jeweils die Verwendung von USB-Sticks, Maus und Tastatur.

S2 mit Stock ROM
Beim unveränderten Galaxy S2, das die letzte von Samsung offiziell zur Verfügung gestellte Firmware für dieses Gerät installiert hat, funktionierte die Erkennung des Hubs mit USB-Stick tadellos. Es wurde sofort die „Eigene Dateien“-App geöffnet, bei der der USB-Stick als Speichermedium angezeigt wurde. Dateien ließen sich problemlos öffnen bzw. wiedergeben, sofern der jeweilige Dateityp auch verarbeitet werden konnte.
Bei Maus und Tastatur hoffte ich jedoch vergebens auf einen erscheinenden Mauszeiger oder die Möglichkeit Texte mit physischer Tastatur eingeben zu können.

S2 mit Cyanogenmod 11
Diese Custom ROM ist wohl die bekannteste und am weitesten verbreitete auf dem Markt. Das originale Betriebssystem von Samsung wurde durch das eines Fanprojekts ersetzt. Dieses basiert auf dem grundlegenden Android von Google und nicht auf einer bereits von Samsung modifizierten Version. Daher ist es möglich, dass auf einem so alten Gerät (was das S2 mit bereits 3 erschienen Nachfolgern zweifellos ist), die aktuellste Version von Android installiert ist.
Beim Test musste ich jedoch leider feststellen, dass nach Anstecken des Hubs nichts passierte. Im Dateimanager war kein zusätzlicher Speicherort zu finden und auch Maus und Tastatur funktionierten nicht. Da es beim Stock S2 zumindest mit den Speichermedien funktionierte, machte ich mich auf die Suche. Leider kam ich da zu keinem klaren Resultat, ob in manchen Versionen von Cyanogenmod USB OTG unterstützt wird oder nicht. Mit einem Workaround kam ich schließlich doch noch auf die gleiche Funktionalität, wie beim S2 mit Stock ROM. Für den Dateiexplorer „Total Commander“ gibt es ein Plugin, das sich momentan noch in einer Testphase befindet, aber bei mir schon zuverlässig dafür gesorgt hat, dass angeschlossene OTG-Medien ins Dateisystem eingebunden werden. Das USB Stick Plugin-TC gibt es in einer bis 31.12.2014 kostenlosen Version im Play Store. Die App „Total Commander“ gibt es ebenfalls kostenlos.
Damit funktionierte der Zugriff auf die Speichermedien. Allerdings habe ich eine Merkwürdigkeit festgestellt. Sobald der Hub mit Strom versorgt wurde, war die Verbindung weg und der Dateizugriff verschwunden.
Woher die Schwierigkeiten an diesem Smartphone kommen, konnte ich nicht abschließend klären. Mögliche Ursachen sind Cyanogenmod selbst als Betriebssystem und meine darin vorgenommenen Einstellungen. Beispielsweise habe ich bei mir USB-Debugging eingeschaltet, was ich mir ebenfalls als eine Ursache vorstellen kann.

Nexus 10
Bei meinem Tablet verhielt es sich zuerst gleich wie beim modifizierten S2. Nach dem Anschließen funktionierte zunächst nichts. Total Commander und das oben schon erwähnte Plugin änderte die Sache jedoch grundlegend. Nach deren Installation konnte ich nicht nur auf die Dateien des USB-Sticks normal zugreifen und wiedergeben, sondern auch Maus und Tastatur funktionierten danach prima. Ich kann also – wie im Beispiel vorhin angegeben – das Tablet vor mir auf den Tisch stellen und daran arbeiten wie an einem PC. Für so einfache Dinge wie Texte schreiben (z.B. für diesen Blog) könnte ich also ohne meinen Desktop Rechner auskommen und dennoch einigermaßen schnell und produktiv arbeiten. Dafür braucht man einfach Maus und Tastatur. Der Touchscreen ist gut für Konsum auf dem Sofa, aber nicht zum arbeiten. Der Hub kann das Konsum-Gerät somit sinnvoll aufrüsten.
Maus und Tastatur mussten überhaupt nicht installiert oder eingeschaltet werden. Sie wurden nur eingesteckt und funktionierten sofort. Auch Scrollen mit dem Mausrad war kein Problem.

Fazit

Der OTG Hub mit Micro-USB Anschluss kann eine sinnvolle Erweiterung in vielen Bereichen sein. Egal ob zur Datenübertragung, für Speichererweiterung oder als Schaltzentrale für ein Produktivsystem macht er eine gute Figur. Woran die unterschiedliche Verfügbarkeit der angeschlossenen Geräte liegt, kann ich leider nicht sagen. Ich gehe allerdings davon aus, dass hier am Smartphone bzw. Tablet angesetzt werden muss, um die angetroffenen Einschränkungen aufzuheben. Neuere Geräte als die mir zum Test zur Verfügung gestandenen, können eventuell mehr bringen. Mit etwas Recherche und zusätzlichem Plugin konnte ich glücklicherweise doch noch die volle Funktionalität testen. Der Hub leistet mir nun gute Dienste bei allerlei Vorhaben.

 

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